Argumente gegen Bio haltlos – EU-Bio Siegel problematisch

Da die Diskussion um billig Bio aus dem Discounter und dem EU-Bio Siegel immer noch aktuell ist und es immer noch heftige Streitereien über die Sinnhaftigkeit von Bio gibt, versuche ich heute ein paar der häufigsten Argumente der Bio Gegner zu widerlegen. Vorab hier noch mal mein Artikel über die wichtigsten Unterschiede zwischen dem EU-Biosiegel und den verschiedenen Anbauverbänden:

Bio aus dem Discounter ist kein Bio

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Bio und konventionelle Landwirtschaft ist das selbe?

Unwahrscheinlich viele Leute behaupten, dass zwischen Bio und konventionell kein Unterschied besteht oder dass es in der biologischen Landwirtschaft die selben schlechten Praktiken gibt. Diese Aussagen sind nicht nur falsch, die Bio Branche nimmt durch solche unbegründeten Behauptungen auch großen Schaden.

Ich habe inzwischen einige Jahre Bio Einkauf hinter mir und weiß auch durch die Arbeit an meinem Blog und die aufwendige Recherche die ich dafür betreibe, die Augen weiter auf zu machen. Auch nach diesen Jahren lerne ich noch immer jeden Tag dazu, soviel sei gesagt.

Imgageschaden für die Bio Branche

Es stört mich unfassbar, dass die so wunderbar arbeitende und gute Bio Branche, permanent durch Äußerungen von mäßig bis gänzlich uninformierten Konsumenten, von industriell gesponserten Medien oder auch von konventionell lebenden Bloggern und Facebook Nutzern, zu Schaden kommt. Negative Berichterstattungen gegenüber der Bio Branche, sind fast immer von unqualifizierten und vollkommen themenfremden Menschen gemacht. Oftmals sogar von Menschen, die in ihrem bequemen Leben überhaupt keine Bereitschaft zeigen wollen, sich einzuschränken. Ich sage es ganz deutlich:

„Leute essen lieber Müll, als mit unnötigen Einkäufen von Unterhaltungselektronik und neuesten Smartphones, der neuesten Mode oder auch Nippes für Zuhause, aufzuhören und stattdessen mehr Geld auszugeben, damit eine Art der Lebensmittelproduktion gefördert wird, die wunderbar und nachhaltig ist. Regelmäßige Kino- und Restaurant Besuche, mehrfache Urlaube im Jahr und zu große Autos sind wichtiger und erst recht das Leben in einer Wohnung oder Haus, mit für die Personenzahl viel zu vielen Zimmern und Quadratmetern. Ich finde die Relation ist da nicht gegeben“


Klingt vielleicht hart, stimmt aber und manchmal muss man es genau so gesagt bekommen.

Lobby der Industrie gibt in den Medien den Ton an

Es hat einen Grund warum sich in der Presse negative Gerüchte zum Thema Bio häufen und warum sie sich so hartnäckig halten. Die Industrie hat großes Interesse daran, dass die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion genau so weiter geht, wie in den letzten Jahrzehnten. Es soll weiter alles in giftigen Massen erzeugt werden, damit alles billigst angeboten werden kann. Es sollen weiter Kunstprodukte als Lebensmittel verkauft werden und Chemikalien in die gentechnisch veränderte Umwelt geblasen werden. Und genau das ist auch die Konsequenz davon, wenn man permanent negativ Gerüchte gegenüber Bio streut. Es wird weiter der Planet ausgelaugt, Regenwälder abgeholzt, Tierarten ausgerottet, Pestizide in die Plantagen ausgebracht, in Monokultur so lange angebaut, dass die Böden für hunderte von Jahren vollkommen unbrauchbar gemacht werden. Das ganze Konstrukt der konventionellen Landwirtschaft ist ein Kartenhaus, was inzwischen an vielen Stellen zerfällt.

„Wir brauchen eine starke Bio Branche.“

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EU-Discounter-Bio keine gute Idee

Der Konsument schmeißt beim Gedanken an Bio, meist alle Bereiche davon in einen Topf und überträgt alle negativen Äußerungen auf alle Bio Arten. Die einzige Sparte von Bio, die tatsächlich gravierende Fehler hat, ist die neuzeitliche Discounter-billigst-Bio Abteilung, die es nur gibt, damit miese Geschäftemacher, ohne etwas zu verändern, mehr Geld machen können und durch Leute, die nicht begreifen können, dass Lebensmittel nicht billigst sein dürfen und Bio schon gar nicht.

„Bio und billig schließen sich aus, dass ist die wichtigste Information.“

Die eigentliche und echte Bio Branche, versucht andauernd die Kritiken und falschen Behauptungen zu widerlegen, mit den Leuten fertig zu werden, die den falschen Behauptungen glauben schenken und deshalb weiter beim Discounter oder konventionellem Supermarkt einkaufen gehen. Als ob das besser ist. In der ganzen Zeit könnten die Bio Angehörigen wertvollere Arbeit verrichten und die Branche ausbauen, sie ist nämlich wichtig für unser Überleben.

Uninformierte Kunden schließen sich negativen Äußerungen blind an

Der gewöhnliche Konsument ist höflich ausgedrückt nicht nur äußerst uninformiert, es interessiert ihn nicht was im Hintergrund geschieht und so kann er selber für sich, die immer mal wieder aufflammenden negativ Berichte über Bio nicht widerlegen, er weiß einfach nicht genug. Ehrlich gesagt will er es auch nicht wissen, sich dem Negativgerede anschließen ist viel einfacher und so hat es die Bio Branche noch schwerer.

Typische Sätze von uninformierten Kunden sind:

„Bio ist viel zu teuer“

„Bio ist auch nicht besser“

„Landwirtschaft ist doch eh immer Bio“

„Mit Bio werden nicht alle satt“

– Da kann ich als jahrelang belesene und bestens informierte 100% Bio Einkäuferin klar widersprechen.

Warum Bio auf jeden Fall besser ist:

Dünger aus Intensivtierhaltungs-Gülle verseucht Böden

Die biologische Landwirtschaft verwendet keine synthetischen Düngemittel und keine Gülle aus Massenviehzuchtbetrieben, weil sie durch die Vielzahl der Tiere in den Megaställen, durch kranke Tiere und durch die enorm anfallende Menge an Exkrementen giftig ist. Natürlich ist diese Art der Tierhaltung auch verboten. Die Ausscheidungen von konventionellen Tieren ist auch durch die Medikamentengabe zur Vorbeugung und zur Bekämpfung von Krankheiten voller Giftstoffe. Durch unsaubere Ställe, die bei der Menge an Tieren schlicht nicht zu reinigen möglich sind und durch Rückstände von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln aus dem konventionell erzeugtem Tierfutter, was übrigens ohne Kennzeichnungspflicht gentechnisch verändert sein kann, ist der Dung zum Anbau von Lebensmitteln ebenfalls ungeeignet. Die Ausscheidungen verseuchen wertvolle Ackerböden mit Giftstoffen, Medikamentenrückständen und mit Nitrat. Letzteres geschieht vor allem deshalb, weil viel zu viel Gülle bei der konventionellen Mast entsteht und die Länder nicht mehr wissen wo sie die giftige Brühe ausbringen sollen. Jetzt entscheiden Politiker munter darüber, wer wie viel Geld bezahlen muss, damit zum Beispiel Deutschland auch noch den Gülleberg aus Nachbarländern auf unsere Felder ausbringen muss. Länder wie die Niederlande haben begriffen, dass die Gülle ein riesen Thema ist und dass die Böden unbewirtschaftbar werden dadurch, also bezahlen sie an die deutsche Regierung jede Menge Geld, und die regeln dann die Nitratverseuchung unserer eigentlich dringend benötigten Anbauflächen. Ein Thema worüber kein konventioneller Konsument Bescheid weiß.

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Gülle von demeter Tieren ist der gesündeste Dünger

Bei tierischen Produkten greife ich hauptsächlich zu demeter, dem fabelhaften bio-dynamischen Anbauverband. Bei demeter ist Tierhaltung vorgeschrieben, denn Ziel ist der Kreislauf der Landwirtschaft, der Hof bildet ein geschlossenes System. Der typische demeter Hof baut Getreide und verschiedene Gemüsesorten an, bestellt Felder auf denen Heu für die Tiere geerntet wird und hält nur so viele Nutztiere wie der Hof zu selber versorgen kann. Bei Bedarf kann auch eine Dorf-/ Hofgemeinschaft entstehen, von wo in demeter Qualität erzeugtes Tierfutter dazu gekauft werden kann, es muss dann aber in einem geringen Umkreis des Hofes angebaut worden sein. Die Tiere hinterlassen einen nährstoffreichen und gesunden Dünger und der bildet auf den Ackerflächen die Nährstoffversorgung für Getreide und Gemüse.

Vielfalt und Lebensraum bei demeter

Neben Flächen für den regelmäßigen und großzügigen Auslauf der Hoftiere, Nutzflächen für Ackerbau und Flächen zur Tierfuttergewinnung, findet man auf demeter Höfen auch Streuobstwiesen oder Wildwuchsflächen, wo echte Naturwunder entstehen. Diese Biotope bieten unzähligen Bienen, Hummeln und anderen Insekten einen wundervoll gesunden Lebensraum. Die Bienen in der Nähe zu haben ist furchtbar praktisch, schließlich braucht man sie zur Bestäubung der angebauten Pflanzen, nur so funktioniert die Landwirtschaft und so entstehen vollkommen natürliche Lebensmittel. Man kann zudem auch noch Honig gewinnen. Unzählige Tierarten, seltene Vögel und Kleintiere finden auf den verschiedenen Äckern und den Wildwuchsflächen endlich wieder ein Zuhause. Einen demeter Hof zu bewirtschaften, ist die einzige Art die Natur nicht durch unsere Lebensmittelerzeugung zu zerstören.

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demeter funktioniert im kleinsten Kaff der Welt und im großen Stil

demeter Höfe sind vollständige Systeme, mit denen die Landwirte vollkommen selbstbestimmt, also autark wirtschaften können. Wichtige Gründe hierfür sind, dass so gut wie alles selber hergestellt wird und nicht dazu gekauft werden muss. Pestizide, Insektizide und Fungizide sind komplett verboten, ebenso alle anderen chemischen giftigen Substanzen. Die Bauern sparen Geld und für ihre biologisch angebaute Ware erzielen sie einen höheren Preis. Durch Anbauverbände wie demeter, schließen sich viele Kleinbauern zu Initiativen zusammen und vermarkten so ihre Ware. So sind sie in der Lage sich und ihre Familien zu ernähren. Dieses Prinzip ist eigentlich sehr einfach und kann auch in der ganzen Welt funktionieren, sieht man auch an den schon bestehenden Anbauprojekten rund um den Globus.

Wie man auf jeden Fall die gesamte Welt besser ernähren kann
Man kann die Welt ohne Massenviehzucht und ohne Industrie Anbauweisen ernähren, wenn man seinen Konsum einschränkt, weniger tierische Produkte isst, diese aber ausschließlich bei Bio Anbauverbänden wie demeter kauft, keine Lebensmittel die noch essbar sind wegwirft und im Laden grundsätzlich unschöne Ware kauft, denn Dellen, Flecken oder Farbabweichungen schmecken nicht schlechter. Kauft ganz gezielt Produkte aus Anbauprojekten, über die ihr euch vorher im Internet belesen habt, zum Beispiel:

Muscovado Zucker von Gepa

Nabu Kaffee Wiener Röstung
Pro 100 kg verkauftem Röstkaffee fließen 40,00 € in das Projekt im Arabuko-Sokoke-Wald in Kenia.

Kakao von Gepa

demeter Basmati Reis von Davert

Wunderbarer Tee von Gepa

Kakao in Spitzenqualität von Flores Farm
Flores-Farm-Kakao

Der Ärger um das Saatgut und Patentrechte

Saatgut wird selber erzeugt und muss nicht jedes Jahr von Mega Konzernen neu gekauft und Patentrechte bezahlt werden. Einer der Hauptgründe für die finanzielle Dauermisere von konventionell arbeitenden kleinen Betrieben rund um den Globus, ist die Abhängigkeit von Konzernen die Saatgut gentechnisch verändern und ausschließlich zusammen mit den passenden Pflanzenschutzmitteln verkaufen. Der Absatz dieser Mega Konzerne ist enorm und Kleinstbauern in einer echten Zwangslage.

Saatgut-Spionage durch Monsanto

Das Saatgut ist meistens steril, es ist den Landwirten unmöglich selber die Pflanzen zu vermehren und falls es doch Sorten zu kaufen gibt, von denen man neues Saatgut gewinnen kann, dann ist es durch Knebelverträge geregelt, dass jegliches Zurückbehalten oder Herstellen von Saatgut zu extrem hohen Geldstrafen führt. Firmen wie Monsanto haben sogar eine riesige Abteilung von Mitarbeitern aufgebaut, die nur dazu da ist weltweit die Bauern zu kontrollieren um ihnen Patentrechtsverletzungen nachzusagen, damit sie exorbitant hohe Strafzahlungen zahlen müssen. Wenn sie auf Widerstand bei Dorfbewohnern und Bauern stoßen, sie sich weigern ein bestimmtes Saatgut, mit allen dazu gehörenden Dünge-und Pflanzenschutzmitteln und Pestizide zu kaufen, dann ist es Gang und Gebe, dass Monsantos Spione mal eine Hand Saat in das Monsanto freie Feld werfen, warten bis es austreibt um dann die Kleinbauern wegen Patentrechtsverletzung zu verklagen. Wer das für einen schlechten Witz hält oder mir hysterisches Denken nachsagen möchte, dem lege ich dringend den Film Food Inc. ans Herz.

„Food Inc. der Film: Dieser Film ist ausschlaggebend für meine unstillbare Gier, alles Wissen über Lebensmittel, Landwirtschaft und Bio Betriebe aufzusaugen. Food Inc. ist der Urknall für meinen Blog, dieser Film ist der Anfang für mein selbstbestimmtes und grundlegend verändertes Konsumverhalten.“

Interessante Seite zu diesem Thema
„Save Our Seeds“ ist eine europaweite Initiative zur Reinhaltung des Saatguts von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Faire Bezahlung für alle Beteiligten

Auch wenn mein Mann und ich arm sind, weil der Staat für von Geburt an schwer kranke Menschen kein Auffangsystem vorsieht und mein Mann mit 2 Jobs versucht uns durchzukriegen, entscheiden wir uns bei jedem Einkauf für biologische Produkte. Mir ist es wichtig, und das sollte ausnahmslos jedem Menschen wichtig sein, dass jeder Landwirt davon leben kann, der für mich Lebensmittel anbaut. Jeder der meine Rohstoffe zu Lebensmitteln verarbeitet, der mein Fleisch schneidet, mein Öl gewinnt und auch meine Naturkosmetik aus Naturmaterialien herstellt, hat das Recht auf faire Bezahlung. Nur so kann ein Land funktionieren.

Die die herstellen müssen verkaufen und davon leben. Die die produzieren müssen verkaufen und davon leben. Die die handeln und verkaufen, müssen Geld verdienen und auch Geld ausgeben, damit die Wirtschaft funktioniert. Wer nichts verdient, kann nichts ausgeben und genau so ist die aktuelle Finanzlage in der Welt entstanden. Kein Staat kann gut wirtschaftlich da stehen, wenn sämtliche Einwohner einen Hungerlohn erhalten und so alle auch nur Hungerlöhne an alle Parteien weiterleiten, die mit unseren Lebensmitteln zu tun haben. Natürlich ist es jetzt sehr grob formuliert und ich beschränke mich auf den Lebensmittelbereich in unserer Wirtschaft, aber genau nach diesem Prinzip läuft das Ganze.

„3,00 € für 1 Kilo Fleisch ist Pervers“

Der Bauer darf nicht in die Insolvenz geraten, weil die Menschen nur noch 10 ct für ein Ei, 55 ct für einen Liter Milch, 1 Euro für ein Paket Brot oder 3 Euro für ein ganzes Kilo Fleisch bezahlen. Auch kann man keinen Kaffee für 3 Euro das Pfund anbauen oder 1 Kilo Zucker für 89 ct. Das geht einfach nicht, es ist ein Kartenhaus was gerade anfängt zu fallen, weil die Discountermentalität schon zu lange in den Köpfen eingebrannt ist.

Es muss viel mehr Leute geben, die sinnvoll und logisch denkend einkaufen gehen, die für Lebensmittel den Preis bezahlen, den der Bauer oder der Produzent braucht um ihre Kosten zu decken und um Gewinn zu erzielen, um seine Familie zu ernähren. Nur so kann er losgehen und in anderen Lebensbereichen andere Menschen für Produkte oder Leistungen zu bezahlen. Dass ist Wirtschaft.

Grund für Bio – meine Gesundheit

Ich liebe mein Leben, so krank wie ich auch bin, ich will leben. Trotz meiner sehr schweren MCS, kann ich überleben und ich kann mein Leben genießen. Klar muss ich vollkommen isoliert von Menschen und all ihren Parfümausdünstungen, Giftstoffen und fern von der Industrie mit all ihren Umweltzerstörungen leben. Ich darf keiner Spur Parfüm ausgesetzt sein, muss vor jedem Raucher fliehen und kann überhaupt keine Freunde oder Familie außer meinem Mann haben, aber ich kann überleben und das verdanke ich meiner Entscheidung, trotz großer finanzieller Not biologisch zu leben. Ohne die größer werdende Bio Branche und den Rückgang der giftigen konventionellen Landwirtschaft, müsste ich deutlich mehr tägliche Symptome aushalten, ich hätte noch mehr Schmerzen und permanente Atemnot.

Ich habe gelernt auf meinen Körper zu hören, was er verträgt und was nicht, wie ich Symptome in den Griff bekomme und wie meine anderen Krankheiten neben der MCS Ruhe geben.

Es ist wichtig, dass in meiner Atemluft keine Pestizide, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und andere Umweltbelastungen vorhanden sind. Leider gibt es viel zu viele Menschen, die noch kein Bio kaufen und für die weiterhin giftige Landwirtschaft betrieben wird. Für Menschen mit MCS, also für mich, hat also die Lebensmittelerzeugung anderer Leute schwerwiegende Konsequenzen.

„Dein Einkauf hat Konsequenzen für alle Menschen“

Also hat eure Ernährung und eure Entscheidung einzukaufen für alle Menschen Auswirkungen, denn wenn ihr konventionell einkauft, werden für euch Pestizide ausgebracht, die dann in meiner Atemluft zu finden sind, obwohl ich nur Bio Produkte kaufe. Leider bedenkt das kaum jemand beim Einkaufen oder Essen.

Bio-Einkauf-griechisch

„Es ist ein sehr viel bewussteres Konsumieren, man sollte Freude dafür entwickeln, es ist aufregend auf Bio umzusteigen und diese vielen neuen Eindrücke zu sammeln.“

Es gibt noch eine weitere kritische Aussage, die man in den Köpfen der Leute und in verschiedenen Medienberichten findet.

„In Bio Lebensmittel sind doch auch Pestizide“

Es gibt Untersuchungen die tatsächlich belegen, dass vereinzelt auch in Bio Lebensmitteln Rückstände von Pestiziden oder Pflanzenschutzmitteln gefunden werden. Ich möchte euch gerne erklären, wie so etwas passieren kann.

Die Produktion von Lebensmitteln mit dem EU Bio Siegel, kann in einem Betrieb statt finden, in dem auch konventionelle Produkte hergestellt werden. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass wenn ihr EU Bio Produkte kauft, dass diese von Höfen kommen, wo konventionelle Äcker direkt an die Bio Felder angrenzen. Sprüht der Landwirt also seine diversen Chemikalien aus, gelangt immer auch etwas auf das benachbarte Bio Feld. Auch in das Grundwasser oder in umliegende Flüsse, Teiche oder Seen gelangen diese Chemikalien und die Pflanzen vom Bio Acker nehmen diese über das Wasser auf.

Pestizide in Bio Lebensmitteln nur durch Verschmutzung vom Nachbarfeld

Ihr könnt sicherlich verstehen, dass für mich die Lebensmittelerzeugung mit diesem zweigleisigen Verfahren überhaupt nicht recht ist. Ich sage sogar ganz klar, dass diese Produktion keine biologische Landwirtschaft im eigentlichen Sinn ist. EU Bio Siegel und deren Richtlinien sind viel zu lasch, es ist zu viel erlaubt, es wird nicht ganzheitlich gedacht und im Sinne der Umwelt ist es auch nicht.

Durch Wind und Regen gelangen Pestizide und andere giftige Substanzen aus konventioneller Landwirtschaft sogar auf sehr weit entfernte Bio Plantagen und deswegen können Rückstände sogar manchmal in demeter Lebensmitteln gefunden werden. Die Bio Branche kann da nichts gegen tun, aber ihr Konsumenten schon, denn wenn ihr ausschließlich demeter Lebensmittel kaufen würdet, gäbe es keine Landwirtschaft die Pflanzenschutzmittel und Pestizide ausbringt.

Alteingesessene Bio Firmen mit EU-Bio Siegel nicht schlecht

Es gibt allerdings auch viele alte Bio Firmen und Marken, die ausschließlich Rohstoffe einkaufen, die in richtiger Weise und im Bio Sinne angebaut werden, wo aber keine Bio Verbandssiegel vergeben werden und auch nicht nach zum Beispiel demeter Richtlinien angebaut wurde. Es kann aber trotzdem umweltschonend produziert worden sein, ganz anders als beim billig Bio Anbau, es hat aber nur das selbe EU Bio Siegel. Da heißt es umfassende Recherche betreiben, bei Herstellern nachfragen und auch durchaus mal die Bio Höfe besuchen, gute Bio Firmen nennen die einem manchmal sogar. Wer dazu keine Lust hat, der kann entweder auf mich vertrauen, weil ich nur wirkliche Bio Lebensmittel vorstelle und verwende und die umfassende Recherche schon betrieben habe oder ihr könnt auch den Bio Ladenbetreibern vertrauen, die arbeiten meist schon jahrelang mit den Firmen zusammen.

Die wohl einfachste Einsteiger Regel lautet:
„Bio aus dem Discounter oder konventionellem Supermarkt und Wochenmarkt, sind keine umweltschonenden und wirklichen Bio Artikel, wo auch die Erzeuger angemessen bezahlt werden. An diesen Mindest-Bio Lebensmitteln verdienen ausschließlich Discounter, konventionelle Supermärkte und Wochenmarkt Betreiber.“

Bio-Einkauf-Vielfalt

Tolle Links über demeter:

Göttliche Mutter Erde
http://www.himmelschluesselhof.net/landwirtschaft/demeter/

Vollständige demeter Richtlinien für Erzeuger
http://www.demeter.at/tl_files/files/Erzeugerrichtlinien_Oesterreich_2013.pdf
http://www.demeter.at/mehr-informationen-45.html

»Wir sind ein dynamisches Netzwerk aus jungen Menschen, die sich im Demeter-Verband engagieren. Wir befassen uns mit aktuellen Themen rund um die Biologisch Dynamische Wirtschaftsweise und machen Demeter erlebbar und transparent.«
http://demeter-zeigt-gesicht.de/

Ich bin auch ein Gesicht für demeter, denn durch meinen Blog, durch meinen Einkauf und durch viele Gespräche mit Menschen über Bio und demeter, bin ich ein aktiver Teil von demeter geworden. Ich liebe demeter und es ist für mich die einzig richtige Landwirtschaft 🙂

Andere tolle Links, zu Informationen rund um die Lebensmittelproduktion, Saatgut, Bio etc.

Während ich diesen Artikel geschrieben habe, hat Utopia auch einen Beitrag dazu veröffentlicht, den solltet ihr auch lesen.
Was ist Bio?

„Mit der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ wollen Organisation aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft gemeinsam Fragen stellen und Lösungen suchen: Auf Bauernhöfen, in Gemeinden in Stadt und Land und im Internet. Wir suchen den Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Wir wollen nachhaltige Perspektiven entwickeln, Zusammenhänge begreifen und unsere Lebensmittel und Landschaften genießen. Wir wissen: Weiter wie bisher ist keine Option.“
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Fazit

Lesen, Nachfragen und Informieren ist die beste Waffe gegen falsche Behauptungen und Gerüchte. Nur wer informiert ist, kann richtige Entscheidungen treffen und an der massiven Umweltzerstörung durch die konventionelle Landwirtschaft nicht mehr mitmachen. Kauft Bio Lebensmittel, esst weniger Fleisch und achtet auf Verbands-Bio Ware, die ist immer vorzuziehen.

Bio-Einkauf-demeter

Bio ist übrigens um ein vielfaches leckerer und gesünder, als konventionelle Lebensmittel 😉

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Ein Kommentar:

  1. Toller Artikel! Was hältst du eigentlich von Bio-Kaffee? Normalerweise kommt der Geschmack eher durch die Mischung mit Milch und Zucker. Aber als Veganer achtet man doch eher auf sinnvolle Alternativen zur Milch. Aber auf Sorten wir Gepa, Sonnentor oder Rapunzel greife ich gerne zurück! Wir überlegen uns derzeit bei Siemens Kaffeevollautomaten zu kaufen, die diese Bohnen wunderbar brühen können und ich denke, dass es sinnvoll ist, Qualitätsware in hochwertigen Geräten zu verarbeiten.

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