demeter Gärtnerei Sannmann – ausgezeichnet

Toller Gewinn für die demeter Gärtnerei Sannmann in Hamburg

Pressemitteilung

Demeter verleiht „Land Wirtschaft Kultur Preis“: Sannmann und Tennental ausgezeichnet

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Inzwischen ist es gute Tradition: demeter, die Organisation der Biodynamischen Wirtschaftsweise, verleiht den „Land Wirtschaft Kultur Preis“. Wieder werden zwei herausragende landwirtschaftliche Betriebe geehrt: die Gärtnerei Sannmann vor den Toren Hamburgs und Tennental in Baden Württemberg. Beide zeigen, dass es neben der Erzeugung von wertvollen Lebensmitteln freiwilliges, soziokulturelles, qualitatives und ökologisches Engagement gibt und zwar in beeindruckender Vielfalt.

Sannmann: Gärtnerei mit eigener Rinderherde
Als Thomas Sannmann (54) 1986 den Betrieb seines Vaters in neunter Generation übernahm, läutete er ebenso entschlossen wie behutsam eine neue Ära ein. Statt einiger weniger ertragreicher Gemüse wie Spinat und Rettich wollte der junge Familienvater viele verschiedene Gemüse in demeter-Qualität erzeugen. Diese Umstellung der Gemüsegärtnerei auf biologisch-dynamischen Anbau nach demeter-Richtlinien nahm einige Jahre in Anspruch.

27 Jahre nach der Initialzündung bewirtschaftet Sannmann mit 33 engagierten Mitarbeitern, davon drei Auszubildende, fast 50 Hektar Land, baut über 40 Gemüsearten, Kräuter- und Salatspezialitäten auf 21 Hektar Freiland und 35.000 Quadratmetern Gewächshausfläche aus Glas und Folie an. Um einen intakten Hoforganismus zu gestalten, hat sich die Gärtnerei Kühe angeschafft. Auf 25 Hektar Weideland fressen sich die 20 Hereford-Rinder durch den Betrieb und schenken dafür den Mist, der mit organischen Materialien wie Pflanzen- und Gemüseresten, Grünschnitt und Stroh nach dem CMC-Verfahren (Controlled Microbial Composting) kompostiert wird. Das Ergebnis ist ausgereifter, duftender Humus, frei von Krankheitserregern und Unkrautsamen, beste Grundlage für aromatische Gemüse, Salate und Kräuter.

Besonderen Wert legt Thomas Sannmann auf den Erhalt alter, regionaler Sorten wie der Tomate Vierländer Platte. Die samenfeste Möhre Mona, die über Jahre dem Standort angepasst und in Geschmack und Wuchs verbessert wurde, ist ebenfalls eine Besonderheit der Gärtnerei. Vor sechs Jahren begann der Gemüsegärtner bis dahin noch unbekannte Wildsalat-Arten anzubauen.

Sannmann-Gaertnerei-Wildsalate-01

80 Prozent der Erzeugnisse vermarktet Sannmann über den Naturkost-Großhandel, 20 Prozent gehen per Gemüse-Abo-Kiste direkt an den Kunden und natürlich wird im Hofladen besonders gern gekauft.

Neben dem Genuss geht es Sannmann natürlich auch um die gesamtgesellschaftliche Dimension, was sich unter anderem auch in seinem Engagement für eine gentechnikfreie Metropolregion Hamburg zeigt. Schon 2004 gehörte der Gärtner mit Professor Dr. Dieter Beger vom Ökomarktverein Hamburg zu den Initiatoren.

Viele Initiativen des engagierten Gärtnermeisters konnten durch die Beteiligung von Kunden umgesetzt werden. Sie kaufen so genannte Genussscheine und finanzieren damit etwa den Bau neuer Betriebs- und Sozialräume für die Mitarbeiter oder eine Kompost-Extraktions-Anlage. Zum Konzept des Betriebes gehört die Einbindung der Menschen aus der Region, die viermal im Jahr zu Festen eingeladen werden oder schon als Dreikäsehoch im Gärtnerkinderprojekt säen und pflanzen, pflegen und ernten. Charakteristisch für Sannmanns ganzheitliches Denken ist auch das jüngste Projekt, die Überschussverarbeitung. Während der Tomatensaison wird aus sonnenreifen Früchten einer Sorte wie Cherrystrauch oder Vierländer Platte die feine Suppe Tomatentraum. Dafür werden nicht-vermarktungsfähige Tomaten, die noch gut sind, aber den Absatzkriterien nicht entsprechen, sorgsam veredelt.

Sozialtherapie in Tennental
Im Tennental in Deckenpfronn hat sich die Dorfgemeinschaft in der Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins für die sozial-therapeutischen Einrichtung mit Wohnbereich und Werkstätten für Menschen mit besonderem Hilfebedarf organisiert. Mittelpunkt dabei ist der Martinshof. Auf dem biodynamischen Betrieb arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen. Sie erzeugen seit 1990 gesunde und kraftvolle demeter-Lebensmittel für die Tennentaler und die Menschen in der Umgebung. Hier fließen anthroposophisch inspiriert Heilpädagogik und Agrarkultur zusammen. Für Betriebsleiter Alexander Tierfelder, der auch als Vorstand bei demeter Baden Württemberg und Delegierter im demeter e. V. engagiert ist, zählt ganz besonders die Vielfalt des individuellen Hoforganismus. Auf den Feldern wächst das Getreide für die Tennentaler Bäckerei, die Kartoffeln und das Viehfutter. Von den Köchen sehr geliebt, ist seit einigen Jahren die außergewöhnliche Belugalinse im Anbau eine große Herausforderung.

Das Zentrum des Ganzen ist jedoch die Milchviehherde, deren Milch in der Hofkäserei zu leckeren Käse und Quark verarbeitet wird. In der hofeigenen Bäckerei entstehen Holzofenbrot, Kekse und Kleingebäck. Auch die Einmachküche bietet sinnvolle Arbeitsplätze und leckere Produkte. Alle selbst produzierten Waren werden durch den eigenen Vertrieb vermarktet Erfolg eines außergewöhnlichen Modells.

Rund 70 Hektar Ackerbau sowie fast 40 Hektar Wiesen und Weiden bieten den 25 Rindern, 20 Schweinen und Pferden, die in der Gärtnerei eingesetzt werden sowie den Bienen und mancherlei Kleinvieh beste Voraussetzungen. Dazu kommt die liebevolle Betreuung durch die beteiligten Menschen und die Aufmerksamkeit des Umfeldes. Führungen und pädagogische Veranstaltungen, Ausbildungen, Praktika und natürlich viele Feste prägen das Miteinander des Demonstrationsbetriebes im Förderprogramm ökologischer Landbau. Ein Highlight ist zu Mittsommer die Open-Air-Aufführung des integrativen Theaters. Genau so wichtig und ein stetiges Entwicklungsprojekt ist das Thema gerechtes Wirtschaften. Unsere Mitarbeiter haben garantiert tarifliche Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Wir bieten Teilzeitangebote und wir beschäftigen ältere Mitarbeiter sowie Menschen mit Handicap, erzählt Alexander Tierfelder nicht ohne Stolz.

Auch das hat die Jury überzeugt, denn der „Land Wirtschaft Kultur-Preis“ des demeter e. V. soll Vorbildwirkung für andere erzeugen, die in der biodynamischen Gemeinschaft aktiv sind.

www.sannmann.com
Sannmann-Gaertnerei

www.tennental.de
logo_tennentaler

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Was bedeutet demeter eigentlich?

Ich bin ein Fan von demeter, denn ich halte es für die beste Art unsere Lebensmittel anzubauen. demeter, ich schreibe es wie im Logo immer klein, bedeutet biodynamische Kreislauf-Landwirtschaft. Dies bedeutet, dass es Sinn und Zweck ist, dass ein demeter Hof autark, also unabhängig funktionieren kann.

demeter Höfe

Es werden samenfeste Sorten angebaut, was wichtig ist um sich sein eigenes Saatgut am Ende der Ernte zu ziehen. Betriebe die so verfahren, sind unabhängig von gängigen Saatgutriesen wie Monsanto oder Syngenta.

Ein weiterer Vorteil von samenfesten Sorten, ist häufig auch eine von Natur aus eingebaute Abwehrkraft gegenüber Schädlingen oder Krankheitsbefall. Bei demeter werden sehr oft sehr alte Gemüse-, Getreide- und Obstsorten angebaut, die gegen vieles resistent sind. Es liegt klar auf der Hand, dass so keine Pestizide verwendet werden müssen, ebenso wenig werden Pflanzenschutzmittel ausgebracht. So ergibt sich ein weiterer Punkt der Unabhängigkeit, gegenüber den gängigen Pestizidvertreibern (Monsanto, Syngenta, BASF…).

demeter sieht es vor, dass auf dem Hof Tiere gehalten werden, die erstens das viele Grünzeug fressen, so die Weiden sauber halten und ihren wertvollen Dung hinterlassen, der auf die Felder ausgebracht wird. Bei demeter wird aus den Hinterlassenschaften der hofeigenen Tiere, plus den Grünabschnitten und Pflanzenresten, ein Kompost mit besonderer Reinheit erzeugt, so kann man besonders gesunde Lebensmittel anbauen.

Ein mir persönlich extrem wichtiger Grund für demeter, ist die Haltung der Tiere. Die Art wie mit Lebewesen umgegangen wird, ist für mich die beste, die momentan möglich ist. Es gab bei demeter Nutztieren noch kein einziger Skandal, was insbesondere an der Einstellung der demeter Bauern liegt.

Hier die original Leitlinien von demeter zur Tierhaltung:

TierhaltungLeitlinien
Die uns anvertrauten Tiere begreifen wir als Mitgeschöpfe und achten ihre Integrität. Wir ermöglichen eine ihrem Wesen gemäße Entwicklung, halten, füttern, pflegen, nutzen und züchten sie entsprechend und treten ihnen mit Respekt entgegen.

Biodynamische Landwirtschaft gründet auf dem Einbeziehen einer Viehhaltung, um eine Belebung
des Bodens durch den Dung zu unterstützen. Wiederkäuerhaltung ist auch für die sinnvolle Nutzung von Grünland wichtig. Die Anzahl der Tiere ist im Gleichgewicht mit der Futterproduktion auf dem Betrieb zu halten.

Eine größtmögliche Vielfalt verschiedener Haustierrassen ist vorteilhaft für die Ausgewogenheit des landwirtschaftlichen Betriebes. Auf einem biodynamischen Betrieb hat die Bienenhaltung einen besonderen Stellenwert.

Bienenhaltung unterstützt die Vitalität und die Individualität des Hofes.

Den Nutztieren wird ihr wesensgemäßes Verhalten ermöglicht. Das bedeutet, dass die Tiere nicht an ein Haltungssystem angepasst werden (z.B. durch Enthornen oder Schnäbel kürzen), sondern dass das System den Erfordernissen der Tiere angepasst wird. Zugang zu Luft und Licht sowie eine förderliche Mensch-Tier-Beziehung sind Voraussetzung für eine gute Tiergesundheit und Entwicklung der Tiere.

Die Ställe sind so beschaffen, dass die Tiere sich art- und wesensgemäß entwickeln und bewegen können. Es wird genügend Frischluft zugeführt und der Stall erhält ausreichend Tageslicht. Die
Tiere sollen sich ungehindert bewegen und ablegen können. Die Stalleinrichtung soll die Tiere und ihr Sozialverhalten unterstützen und nicht behindern.

Den spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Tierarten ist Rechnung zu tragen (z.B. Bürsten für Rinder oder Sandbäder für Hühner).

Die Tiere haben ständig genügend saubere Einstreu, soweit irgend möglich mit Bio-Stroh, weil die Einstreu auch die Basis für den Wirtschaftsdünger darstellt.

Das Halten von männlichen Tieren ist anzustreben; für eine natürliche Fortpflanzung. Zuchtziele sind: bestmögliche Anpassung an den Hof und seine Bedingungen, eine gute Gesundheit und eine hohe Lebensleistung.

Mehrnutzungsrassen sind in der Regel besser geeignet als spezialisierte Hochleistungsrassen.

Auf eine gute Pflege und Hygiene der Tiere wird geachtet. Im Falle von Krankheiten werden vorzugsweise biologische, anthroposophische, homöopathische und andere Naturheilverfahren angewendet.

Bei Tiertransporten und beim Schlachten sorgen wir, wo immer möglich, für eine Begleitung und einen stressfreien Ablauf für die Tiere.“

Ich habe mich persönlich davon überzeugen können, dass es auf demeter Höfen genau so zugeht. Ebenso habe ich mich mit verschiedenen Landwirten darüber unterhalten können, es ist die besondere Einstellung zum Leben, zur Umwelt und den Tieren, worin sich ein demeter Landwirt von anderen unterscheidet.

Ist Bio gleich Bio? Nein!
Leider gibt es immer wieder Anti-Bio Hetzkampagnen von angeblichen Tierschutzorganisationen, die die Missstände bei Bio Höfen aufzeigen wollen. Es wird bei solchen unsachlichen Berichten und Videos nicht darauf geachtet, die neueren EG-Bio Verordnungen von alteingesessenen demeter Richtlinien zu unterscheiden.

Es ist in der Tat so, dass mit diesem aktuell andauernden Bio Boom, auch windige Geschäftemacher auf den Biozug mit aufspringen wollen, um so ihren Gewinn zu maximieren. Es entstehen Bio Höfe, die sich in keinster Weise von konventionellen Schlacht- und Haltungsanlagen unterscheiden und das ist eine schlimme Entwicklung. Darüber aufzuklären ist wichtig, aber es dürfen auf keinen Fall die Höfe und Betriebe in Mitleidenschaft gezogen werden, die eine saubere und gute Arbeit leisten. Die demeter Höfe sind sehr gute, friedliche und tierfreundliche Betriebe, die niemals zulassen würden, dass Hühner sich vor Verzweiflung tot hacken, Schweine knöchelhoch im Dreck stehen, oder dass Tiere in dunklen Verließen gehalten werden.

Bei demeter werden keine Tiere gequält! Wer das nicht glaubt, sollte auf jeden Fall zu einem beliebigen demeter Hof fahren und sich genau umsehen, es wird niemand rausgeworfen, man kann sich alles ansehen und jede Frage stellen.

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Foto: Unangekündigter Besuch bei Gut Wulfsdorf, wo auch die demeter Metzgerei Dreymann zu gehört. demeter ist kein EG-Bio, es ist zwingend zu unterscheiden. Peta hat ein Video veröffentlicht, wo vollkommen willkürlich Bio Betriebe zusammen in ein Anti-Bio Video zusammengefasst wurden und wo die Metzgerei Dreymann und deren Kunden diskreditiert werden. Das ist als Rufmord und nicht als Tierschutz anzusehen.

demeter_logo

Fazit:
Wer was für sich, seine Umwelt und seine Kinder tun möchte, der sollte sein Geld für demeter Produkte ausgeben. Ein Lebensmittel ist die Grundlage unseres Seins und es hat für uns keinen Nutzen unsere Mägen mit vitaminfreien, überzuckerten oder glutamathaltigen Discounter-Speisen zu füllen, damit wir teure Kleidung, teure Smartphones, dicke Autos, viel zu große Wohnungen, häufige Kinobesuche, Restaurantbesuche oder ähnliches an überflüssigen Luxusartikeln, als alltäglich ansehen können.

Früher war es üblich, das meiste Geld für Essen und Wohnen auszugeben. Heute ist es Wohnen und schon kommt Luxus, wie Urlaub, das Auto, dann vielleicht das Essen. Essen unter ferner liefen? Kann das gut sein?

Es ist nicht gut, sich an der Aussage „Essen muss billig sein“ fest zu halten, es ist nichts gutes daran, seine Kinder mit ungesunden Schokoaufstrichen vollzustopfen, damit man keine Arbeit damit hat, ihnen eine gesunde Ernährung anzugewöhnen. Wir müssen es den künftigen Generationen vormachen, dass gesunde Nahrungsmittel existenziell sind, ein Lebensmittel bedeutet Leben. Und tote Lebensmittel enthalten nun mal kein Leben.

Ich freue mich mit den beiden ausgezeichneten Höfen und sage Herzlichen Glückwunsch 🙂

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