Rinderbraten mit Rotkohl – auch an Weihnachtstagen lecker

Ich habe einen ganz tollen Rinderbraten mit Rotkohl gemacht. Dazu eine leckere braune Soße und Kartoffeln. Mir schmecken die Kartoffeln im Winter besonders gut, sie haben viel Aroma, sind richtig gelb und süß. Ich ziehe sie eindeutig den Frühkartoffeln im Frühjahr vor.

Für den Rinderbraten habe ich ein 1,4 kg schweres Stück Tafelspitz genommen. Ein anderes Stück geht natürlich auch. Für dieses Rezept eignen sich Stücke in der Größe 1-2 kg.

Achtet beim Kauf des Bratenstücks auf eine gute Qualität und gebt lieber mehr Geld aus. Ich empfehle euch unbedingt, ein Braten von einem Bio Metzger zu kaufen. Er ist nicht so billig wie im Supermarkt, weil Fleisch nicht billig sein darf, die Qualität ist es aber absolut wert. Das Fleisch hat eine dunkelrote Farbe, nicht leuchtend rot wie von konventionellen Fleischtheken, das Tier durfte bei der Mutter aufwachsen und vor allem auch erwachsen werden. Außerdem ist es mir besonders wichtig, dass die Rinder ausschließlich Grünfutter bekommen. Jedenfalls bei meinem Demeter Metzger Dreymann, wo ich mein Tafelspitz gekauft habe, weiß ich wo die Tiere aufwachsen, was für eine Rasse es ist und dass sie gut behandelt werden. Das waren mir die 27 € Euro wert. Bedenkt, wir haben nur ganz selten mal Geld für Fleisch!

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Tafelspitz etwa 2 Stunden vor der Verarbeitung aus der Kühlung nehmen, so kühlt die Pfanne nicht so schnell aus und es kann sich eine schöne Kruste bilden.

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Das Fleisch trocken tupfen und in einer erhitzten Pfanne, mit etwas Öl, rundherum anbraten. Jeweils eine gute Minute. Das Fleisch herausheben und in einen Topf geben. Den Tafelspitz kräftig salzen.

Jetzt das klein geschnittene Gemüse, bestehend aus
1 Pastinake
3 Möhren
1-2 große Zwiebeln
in der gleichen Pfanne kräftig in etwas Öl anrösten. Es ist durchaus erwünscht, dass es Farbe bekommt. Das Gemüse zu dem Fleisch in den Topf geben.

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6 Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen und die Hälften nochmal halbieren. Zusammen mit 3 Blättern frischen Lorbeer und einem größeren Zweig Thymian in den Topf geben. Es lohnt sich, irgendwo frischen Lorbeer zu besorgen, denn das Aroma hat mich gestern vollkommen aus den Socken gehauen. Ich habe auf meinem Bio Wochenmarkt welchen bekommen. Wenn man zu viel davon hat, kann man die Blätter auch in Öl einlegen. Sie sind auf jeden Fall den getrockneten vorzuziehen.

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Zu dem Bratenstück habe ich noch 2 grob zerschnittene Zehen Knoblauch gegeben, denn ich finde der rundet das Aroma richtig gut ab. Ihr müsst das aber nicht machen.

Jetzt etwa 1/8 L Wasser in den Topf gießen, den Braten mit dem Gemüse aufkochen und dann bei mittlerer Hitze etwa 2,5 Std. schmoren lassen. Zwischendurch das Bratenstück öfter mal wenden und falls notwendig Wasser nachgießen. Man bedenke, der Sud ergibt nachher die Soße und nicht nur ich liebe viel Soße.

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Zu meinem Braten habe ich Rotkohl gemacht. Ich habe mich wegen des aufwendigeren Bratens für welchen aus dem Glas entschieden. Ich habe bei Alnatura Rotkohl im Angebot entdeckt und er war wirklich lecker. Pro großem Glas Rotkohl nehme ich ein Glas Preiselbeeren und etwas Salz. Das wird zusammen mit einem Lorbeerblatt (jetzt wo ich so tollen da habe 😀 ) und 2 Nelken aufgekocht und auch gute 1-2 Stunden köcheln gelassen. Ich habe gleich Rotkohl für 2 Tage gekocht und somit 2 Gläser, einen halben TL Salz, 4 Nelken und 2 Blätter Lorbeer genommen. Wenn das Aroma noch nicht zusagt, kann man mit Zucker, Essig und etwas Butter variieren. Es ist ein dunkelroter, süß-saurer Rotkohl mit einem tollen Nelken Aroma. Mein Rotkohl war auch ohne Extrazutaten perfekt und sogar vegan.

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Damit es keinen Stress gibt, wenn der Braten fertig ist und man die Soße machen muss, ist es praktisch die Kartoffeln während der Schmorzeit zu schälen und in dem Topf mit Wasser stehen zu lassen. Der Braten ist fertig, wenn sich Fleischfasern ganz leicht ablösen lassen.

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Jetzt den Braten rausheben, auf ein Teller legen, in Alufolie einpacken oder in einen anderen Topf geben und in ein Handtuch eingeschlagen ins Bett stellen. So mache ich das, denn ich finde es furchtbar, wenn das Fleisch schon beim Servieren kalt ist.

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Um die perfekte Bratensoße zu zaubern, lege ich euch ans Herz, euch eine flotte Lotte anzuschaffen. Ich habe keine und musste das Gemüse umständlich durch ein Sieb passieren. Ich werde mir in den nächsten Wochen eine zulegen, denn wenn man sich schon auf das Essen freut, will man nicht in der Küche rumsauen.

Der Zeitpunkt die Kartoffeln oder Klöße aufzusetzen, wäre nun ideal. Man hat dann mindestens 20 Minuten Zeit für die Soße, das sollte ausreichend und stressfrei sein

Wenn man denn nun den Bratensud und passiertes Gemüse hat, kann man das aufkochen und notfalls noch etwas mit Wasser verdünnen, nachsalzen oder ein Stückchen Butter zur Bindung hinzufügen. Ich hatte dieses Mal Glück, denn meine Bindung kam hauptsächlich von der verwendeten Pastinake. Ich brauchte an meiner Soße garnichts tun, habe aber einen EL Zuckerrohrmelasse dazu gegeben, denn dadurch bekommt man eine perfekte dunkelbraune Farbe.

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Solltet ihr Probleme mit der Bindung haben, könnt ihr 2 EL Mehl und 2 EL Öl in einem Topf anrösten und mit eurem Bratensaft ablöschen. Das sollte dann aber 10 Minuten köcheln, um den Mehlgeschmack zu verlieren.

Wenn ihr Wein für die Soße verwenden wollt, ist es besser, keine Tomaten zum Fleisch zu geben, sonst wird es zu sauer. Es sorgt zudem die Melasse dafür, dass die Soße nicht zu sauer ist.

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Jetzt ist eigentlich alles fertig und man kann servieren. Das ist ein sehr entspannter Braten gewesen. Wenn man einen Zeitplan hat, dann klappt das sehr gut und niemand verfällt in Hektik.

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Der Braten kann auch mit anderen Kräutern und Gewürzen verfeinert werden, zum Beispiel Rosmarin oder Paprikapulver, die eigene Gewürzmischung zu finden, macht ein gutes Familienrezept zum Weitergeben.

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Viel Spaß mit eurem nächsten Braten.

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Ein Kommentar:

  1. Danke für das tolle Rezept. Hat uns inspiriert, mal etwas ein wenig anders zu machen beim Rinderbraten.

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